„Das ist ja unfair“ – Migration mal anders betrachtet.

[Mittwoch, 01. April 2026 19:42]
„Das ist ja unfair“ – Migration mal anders betrachtet.

Lehrkooperation führt zu überraschenden Einsichten

Eine Lehrkooperation zwischen der Klasse 11BIN und WUS (World University Service) förderte erstaunliche Erkenntnisse zum Thema „Migration“ zu Tage. Der Referent Igor Pavlov, Student aus Kasachstan, war im Rahmen des Bildungsprogramms „Grenzenlos – Globales Lernen“ an unserer Schule zu Gast. Mit vielen interaktiven Methoden gelang es ihm, Migration differenzierter zu betrachten. Globale Zusammenhänge und persönliche Einzelschicksale wurden verständlicher und nachvollziehbarer. So sollten die Teilnehmenden zum Beispiel möglichst viele Perlen auf Schnüre auffädeln, aber in unterschiedlich großen Gruppen. „Fairness“ ist hier zwischen den einzelnen Gruppen absichtlich nicht gegeben. Ein gutes Bild für die ungleiche Verteilung von Ressourcen in Ländern, die Geflüchtete aufnehmen sowie für die ungleichen Zugangsbedingungen, „Startbedingungen“ bzw. Chancen zur Integration von Schutzsuchenden. Der Druck auf beiden Seiten, für aufnehmende Staaten sowie für Menschen mit Fluchterfahrung, wurde nachvollziehbar.

In der anschließenden Reflexion sammelten die Teilnehmenden viele Ursachen bzw. Gründe für Migration und veranschaulichten die ungleiche Verteilung von Geflüchteten auf verschiedene Länder und Kontinente.

Ebenso eindrucksvoll wie die Perlenübung waren die Fallbeispiele von Geflüchteten, die im Rahmen eines Gruppenspiels vorgestellt wurden. Sie machten Migration noch konkreter, greifbarer, nämlich als persönliche Einzelschicksale, und verdeutlichten die damit verbundenen Schwierigkeiten und Herausforderungen. Außerdem luden sie zum Perspektivwechsel ein. Zu jedem Fallbeispiel mussten die Gruppen überlegen, wie man in dieser Situation gesellschaftlich und persönlich helfen könnte.

Neben der Förderung von Verständnis und Empathie war das vielleicht eine der wichtigsten Erkenntnisse des Tages: jede und jeder kann etwas dazu beitragen, dass Migration gelingt und damit Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen erreicht werden. Die 17 Ziele der nachhaltigen Entwicklung wollen bis zum Jahr 2030 ein menschenwürdiges Leben für alle ermöglichen. Auch wenn das vermutlich bis dahin nicht geschafft wird, wahrscheinlich auch nicht bis 2050, ist es hilfreich und sinnvoll, diese Ziele zu haben, denn, so ein Teilnehmer: „Sonst würde niemand damit beginnen, sich für eine bessere Welt einzusetzen. Jeder Beitrag zählt.“

Die KSDill sind seit 2024 vom World University Service zertifizierte Grenzenlos-Schule.

Text und Foto: Stefan Fetscher